Politische Wahrheiten

Politische Wahrheiten

Gewalt auf Stadtfesten, Respektlosigkeiten und Aggressionen gegen Polizeibeamte, sexuelle Übergriffe in der Öffentlichkeit – Alltag im Jahre 2017. Diesmal hat es Schorndorf, eine kleine Stadt in Baden-Würtemberg erwischt. Die Betroffenheit währt oft, wie auch jetzt, nicht lange.

Denn tatsächlich geht es meistens nicht um die Opfer und verursachte Schäden, sondern um die Täter. Aber zuverlässig bleiben stets die Schäden – und die Verursacher sind meistens verschwunden. häufig sogar gänzlich unbekannt. Und wenn die Täterfrage dann noch an politischen Befindlichkeiten gekoppelt ist, scheint es besonders in Deutschland dann gruselig zu werden.

Nazi-Redakteure

So auch in Schorndorf: Hiess es am Anfang noch, rund 1.000 Jugendliche und „junge Heranwachsende“, überwiegend junge Migranten, hätten während der „SchoWo“, den „Schorndorfer Wochen„, randaliert, Frauen belästigt, Schlägereien angezettelt sowie Polizisten und Sicherheitsleute mit Flaschen beworfen („an die Kölner Silvesternacht erinnert“)- war dann einige Tage später fast nichts mehr davon wahr. Irgendwann waren es nur 100 Randalierer ohne Migrationshintergrund. „Komisch“, meinte da irgendjemand im Internet, „dass da immer irgendwelche Nazis in den Redaktionen sitzen“, die aus solch einem „Tumult auf der Kirmes so eine derartige Hetze produzieren“. Pfui!

„weitaus größter Teil“ feierte friedlich

Mathias Klopfer, Oberbürgermeister des Städtchens Schorndorf, sah sich deshalb veranlasst, über Facebook über „die aktuelle Lage der Fakten, wie sie auch die Polizei bestätigt“ zu informieren.

„Das DRK bestätigt, dass in dieser Nacht nicht mehr Besucherinnen und Besucher behandelt werden mussten, als in den Jahren zuvor.“

Demnach ermittelte die Kripo sechs Fälle sexueller Belästigung ermitteln, dazu ein Tatverdächtiger mit irakischer, sowie drei afghanische Staatsangehörige als Verdächtige.
Bei den 1.000 Jugendlichen, die sich im Schorndorfer Schlosspark versammelten, handelte es sich aber um die Gesamtanzahl der Festbesucher. Während sich der „weitaus größte Teil“ friedlich feierte, bestehend aus Schülerinnen und Schüler aus dem Ort und der Umgebung, sowie „Jugendliche und junge Erwachsene, darunter auch Asylsuchende, Flüchtlinge und Migranten, wären am Rande „einzelne Gruppen – wobei die Identitäten der Gruppenmitglieder bislang noch ungeklärt sind“ aneinandergeraten, hätten randaliert. Diese Randalierer griffen auch Polizeibeamte an und beschädigten Einsatzfahrzeuge. Erst hinzugerufene Bereitschaftspolizei bekam die Lage wieder in den Griff. Für den Rest des Abends blieb es in Schorndorf ansonsten aber ruhig:

Die linke Basis in den sozialen Kanäle feixt: Wieder haben sich die Nazis an ihren eigenen Lügenkonstrukten verhoben.
Keine übergriffigen Migranten, sondern nur harmlose Schüler:

Ganz so war es dann aber doch nicht. Der Bürgermeister macht ganz offen darauf aufmerksam, wenn er auch deutlich macht, dass die Vorfälle vom Samstag noch genau geklärt werden müssen:

Zudem haben wir in Schorndorf seit einigen Wochen eine Gruppe mit 20-30 arabischstämmigen Personen, die nicht aus Schorndorf kommen, sich allerdings immer wieder in unserer Stadt versammeln und seitens der Polizei bereits konkret im Fokus stehen. Diese Gruppe wurde auch am Samstagabend in Schorndorf gesichtet. Inwieweit diese Gruppe in die Vorfälle verwickelt war, ist ebenfalls noch nicht geklärt.

Dennoch bleiben sechs Fälle sexueller Belästigung. Mindestens. Denn während die einen hetzen und die anderen relativieren, tauchen plötzlich, wie aus dem Nichts, weitere Fälle von Übergriffen auf.

Aber wie schon erwähnt: Um die Opfer sexueller oder sonstiger Gewalt geht es überhaupt nicht. Es geht um politische Wahrheiten.

Auch in Hamburg: Eigentlich nix gewesen

Ein größerer Tanz um Meinungen wird in Hamburg betrieben. Hier, wo die linksextreme Gewalt genauso überdeutlich wurde wie in Themar die rechtsextreme Primitivität, gilt es Deutungshoheiten zu besetzen, zu relativieren, zu verfälschen und zu interpretieren. So sollte nach dem Gewaltwochenende sehr schnell der Eindruck entstehen, dass Linke überhaupt gar nicht zur Gewalt fähig wären. Ergo waren die Vermummten überhaupt keine Linke. Es kann sich deshalb bei den Gewalttätern nur um „Gewalt-Touristen“, polizeiliche Provokateure oder Rechtsextreme handeln, die zur Teilnahme an den G20-Protesten schliesslich auch aufgerufen haben. Und gegen Rechtsextremisten ist ja nun auch die Antifa und der „schwarze Block“ machtlos, dass müsse man verstehen.

Alternative Transformationen: Aus Linken werden Rechte

Tatsächlich wurde jedoch von einigen neonazistischen Zusammenhängen bestätigt, dass zur Teilnahme an den G20-Protesten in Hamburg aufgerufen wurde. Wie viele Rechtsextremisten diesem Aufruf dann tatsächlich folgten, ist nicht bekannt. Kurios in diesem Zusammenhang ist jedoch, dass trotz kolportierter massenhafter Teilnahme Rechter nicht ein(!) Neonazi zu den Festgenommenen zählt.

Vermutlich wird es nicht mehr lange dauern, dann ist ausschliesslich in Zusammenhang mit dem Hamburger G20-Gipfel von „rechten Krawallen“ die Rede. Bereits jetzt:

 

 

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Robert Leyn
Gast

Gewalt hat nichts mit Links zu tun! Gewalttäter können nicht Links sein. In Wirklichkeit ist es so, dass die Linke ständig kriminalisiert wird, besonders in dieser neoliberalen Zeit. Der Hamburger Senat hat bewusst Krawalle inszeniert, um jetzt gegen die linken Jugendlichen der Stadt vorzugehen. Es ist immer dasselbe, „Wer hat uns verraten? SOZIALDEMOKRATEN!“

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