Chaosmanager für Lübeck

In der Hansestadt Lübeck steht das politische Wasser den Bürgern teilweise bis zum Hals: Geld fehlt an vielen Ecken, Investoren werden von Ideologen vertrieben und anstatt wenigstens die kulturhistorischen Werte zu schützen und diese zu nutzen, wird regelmässig das Prädikat des "Weltkulturerbes" aufs Spiel gesetzt. Merkwürdig nur, dass sich in der ganzen Region offenbar kein kompetenter Bürgermeisterkandidat finden läßt. Bürgermeisterwahlkampf in Lübeck 2017 - eine Politposse.

Katastrophenmanager für Lübeck

In Lübeck wird kommende Woche wieder gewählt. Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr – dieses Mal geht es um das Bürgermeisteramt der Stadt. Der Kampf um Absurdistan hat seinem Höhepunkt gefunden – der profane Bürger merkt davon jedoch nichts.

Welcher Kandidat überzeugt? Wer wird gewinnen???

Ein Versicherungsvertreter tritt als parteiloser Kandidat ohne politische Erfahrungen an. Als selbstständiger Vertreter müsste den Kontakt mit den Bürgern ja eigentlich kennen. Und sicher in der Lage sein, für ehrliche Politik genauso überzeugend zu werben wie für ehrliche Versicherungen. Der teure Wahlkampf wird sich sicher auszahlen.

Der ehemalige Autohänder und Kandidat der „Freien Wähler“ kann zumindest auf Erfahrungen in der Kommunalpolitik zurückblicken. Ob diese Erfahrungen dann tatsächlich für einen Bürgermeister wichtig wären, wie von manchen behauptet, bleibt dahingestellt. Vermutlich ist es in der Politik ähnlich, wie beim Erfolg von Auto- und Versicherungshändlern: Der Charme gewinnt. Von daher…

Auch ein ehemaliger Pirat stellt sich der Wahl. Als Architekt und Stadtplaner liegt ihm die Bausubstanz, das historische Erbe der Stadt, am Herzen. Ob er mehr Wähler von seinen Visionen überzeugen konnte, als er Interessenten mit auf seinen Wahlkampfspaziergängen mitnehmen konnte, bleibt abzuwarten. Die „Party“, die der Kandidat neulich auf dem Markt veranstaltete, schien laut Augenzeugen ein übersichtlichtlicher Erfolg gewesen zu sein. Wieviele Menschen genau mitmachten, blieb unklar; zumindest kamen „viele Interessenten, die den Kandidaten aus der zu sehen“, so jedenfalls der spannende Bericht unter HL-live. Jedenfalls ist der engagierte und nachhaltige Stadtplaner, der extra für den Wahlkampf und auch auf Rücksicht konservativer Wählerschichten seinen alternative Haarzopf entfernte, ein sachlicher und beliebter Kandidat der Lübecker. Das er ausgerechnet von der linksradikalen Krawallbande “gal – grün-alternativ-links” unterstützt wird, könnte seine Ergebnisse schmälern. Ansonsten könnte er sich durchaus mit dem Mann mit Hut einen Kampf um den dritten Platz liefern…

Die Favoriten dieser Wahl

der klebrige Lübecker

Der sozialdemokratische Kandidat, ein Freund historischer Zirkus-Unternehmungen, zieht gerne mit großem Gefolge durch die Lübecker Kneipen, nicht nur wegen der Getränke und rustikalen Bürgernähe. Wenn er sich nicht gerade mit bunten Pinguinen fotografieren lässt, gemieteten Köchen bei der Arbeit zusieht oder irritierten Menschen in Waschcentern die Wäsche bezahlt. Als Banker in einer Arbeiterpartei – in der Stadt Willy Brandts geht auch das. Viel schlimmer, so erzählen es sich die Lübecker hinter vorgehaltener Hand, sind jedoch die Kreise, die hinter dem spendablen Kandidaten stehen. Kreise, die für Filz und Vetternwirtschaft in einer Stadt stehen, die seit Jahrhunderten aus Filz und Vetternwirtschaft zusammen gehalten wird. Ein trauriger Kandidat, der seine eigene Basis nicht recht motivieren kann und sich wesentlich intensiver für virtuelle Freunde interessiert, als echte Wähler zu überzeugen.

Wäre, schon aufgrund seines beruflichen Hintergrundes, ein idealer Wirtschaft- oder Finanzsenator (wenn ein wieder einen gibt), aber ein katastrophaler Bürgermeister. Denn ein Bürgermeister muss ein Moderator sein und ein Fachmann aller Pfründe und Klischees der Stadt – und das kann dieser Kandidat nicht; sagen selbst einige Genossen hinter heuvorgehaltener Hand. Es wäre auch nicht gut für Lübeck und die Lübecker; außer für jene, die mit der aktuellen Politik zufrieden sind und sich noch mehr Stillstand wünschen.

die bunte Farblose

Die überparteiliche Bürgermeisterkandidation, die durch gemeinsame Unterstützung von CDU, Grünen, BfL, Linken und FDP und trotz rosafarbenem Stil etwas farblos wirkt. Sie beantwortet lieber über das soziale Netzwerk Facebook die Fragen der Wähler, weicht den Fragen echter Wähler dann eher aus – das ungewöhnliche, dennoch filigrane Bündnis unterschiedlicher Parteien, die hier in Lübeck aufgrund lokaler Bewegungsunfähigkeit durchaus zusammen passen, könnte nach ehrlichen Antworten ihrer Kandidatin dann doch krachend ebenso zusammen fallen. Und so scheinen manche Wähler aufgrund dieser ideologischen Gewissenlosigkeit auch ziemlich verunsichert.

Denn die rosa Kandidatin ist eine Kandidatin der Wirtschaft, wie kurz vor der Wahl noch verraten wurde – und das dürfte insbesondere die Wähler der Linken aus grundsätzlichen Erwägungen abschrecken; auch wenn so erstmals in der Geschichte Lübecks eine Frau zur Bürgermeisterin gekürt werden könnte. Quote schlägt ja bekanntlich Vernunft. Aber vielleicht kommt es auf diese Wähler ja auch nicht an.

der Mann mit Hut

Die einzige Hoffnung besteht in der Person eines sympathischen Mannes mit Hut, ebenfalls parteilos; allerdings aus formellen Gründen. Tatsächlich steht Die Partei hinter dem Travemünder. Eine Partei übrigens, die in der Hansestadt bereits auf äußerst fruchtbaren Boden stieß. Für bundesweite Überraschung und fassungslose Verwunderung sorgte der Einzug der sogenannten “Satirepartei” in die Lübecker Bürgerschaft. Dabei ist auch noch heute vielen Lübeckern überhaupt nicht bewusst, um was für eine Partei es sich bei der “Sonneberg-Partei” überhaupt handelt. Das ist marketingtechnisch für die Satirezeitschrift TITANIC zwar unglücklich, für den Verlauf der Bürgermeisterwahl möglicherweise jedoch famos.

Das größte Argument, welches für die Kompetenz des Bürgermeisters der Herzen spricht, ist die eventuelle Inkompetenz der übrigen Kandidaten, die sich bereits deutlich im Wahlkampf abzeichnete. Der Mann mit dem Hut macht als Bürgermeister sicher nicht alles richtig, aber vieles eben auch nicht schlechter als der Rest. Und die Armut an Arroganz, die von Manchen als “fachliche Schwäche” attestiert wird, könnten vielmehr Pfründe der Wähler werden.  Für die Lokalpolitik Lübeck ist dieser Mann gut – ob nun mit oder ohne Hut!

Wahltip vom Sailor: Wählt den Mann mit Hut – denn er ist sehr gut!

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Rotator
Gast

Ohha-oha, es kam dann wohl doch ganz anders. Wenn auch nicht überraschend, aber doch anders. Nun soll die Stichwahl es entscheiden. Mein Tip: Weiher vor Lindenau.

Hansemann
Gast

Das ist ja alles schön und gut, doch ganz sicher werden die meisten die Spitzenkamdidaten wählen, es gibt ein Duell zwischen Kathrin Weiher und Jan Lindenau! Auf den dritten Platz kommt Detlev Stolzenberg noch deutlich vor Ali. Dann Misch, schließlich als letzter Heising. Wetten oder einfach abwarten?

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