Einzelfälle offenbaren gewachsene Traditionen

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat ihren Besuch in den Vereinigten Staaten abgesagt - sie läßt sich lieber aufgrund aktueller Bundeswehr-Skandale vor Ort berichten. Womit hauptsächlich die Aufklärung um die aktuellen Vorgänge um Oberleutnant Franco A. aus Illkirch gemeint ist.

Einzelfälle offenbaren gewachsene Traditionen

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat ihren Besuch in den Vereinigten Staaten abgesagt – sie läßt sich lieber aufgrund aktueller Bundeswehr-Skandale vor Ort berichten. Womit hauptsächlich die Aufklärung um die aktuellen Vorgänge um Oberleutnant Franco A. aus Illkirch gemeint ist.

Frau Verteidigungsministerin befürchtet, dass innerhalb der Bundeswehr Strukturen einer rechtsextremen Verschwörung bestehen und die jetzt offenbarten Probleme nicht nur aufgrund „einer Führungsschwäche auf verschiedenen Ebenen“ resultieren.

Keine „Nadel im Heuhafen“

Eigentlich möchte man Ursula von der Leyen ermutigen, extremistische Sümpfe innerhalb der Truppe trocken zu legen. Ihre Suche nach Seilschaften ist schliesslich keine Suche nach der berühmten „Nadel im Heuhaufen“ – aber anstatt nur „einer“ gibt es zahlreiche rechtsextreme Zusammenhänge innerhalb der Bundeswehr – doch ob ausgerechnet die Ministerin (oder sonstige Politiker) in der Lage sind, derartige „gewachsene Strukturen“ zu beseitigen, bleibt mehr als fraglich. Denn es ist bereits seit Jahren auffällig, dass immer dann „rechtsradikale Einzelfälle“ in Heer, Luftwaffe oder Marine publik werden, wenn Täter und Taten mit Bundeswehrbezug bereits öffentlich bekannt sind.

Eine Seilschaft wird zur unübersichtlichen Verschwörung

Vielleicht sollte sich Frau von der Leyen einfach mal mit dem General a.D. Reinhard Uhle-Wettler beschäftigen? Oder mal prüfen, was sich so alles im militärischen Nachlass des ehemaligen CDU-Politikers, Republikaner-Gründers und Reserveoffiziers im Führungsstab der Bundeswehr, Emil Schlee, befindet? Oder Frau von der Leyen sollte sich einfach mal mit der Biografie des ehemaligen Leutnants und Neonazi-Anführers Michael Kühnen beschäftigen? Oder sich erzählen lassen, wie der norddeutsche Neonazi Tim B. mithilfe der Bundeswehr und unter ausdrücklicher Duldung des MAD einen berüchtigten Neonazi-Treffpunkt finanzierte und etablierte? Vielleicht kommt ihr dann manches „Neues“ heute gar nicht mehr so neu vor…?

„Der Fisch stinkt vom Kopf an…“

Eine Weisheit, die in dieser Angelegenheit stimmt. Denn natürlich kann man „hohen Militärs“ in Führungsfragen trauen – wenn diese sich dann aber als Bestandteil des Problems herausstellen, sollte man sich als Minister bewusst machen, selbst ein großer Teil des Problems zu sein. Ein Rücktritt scheint unvermeidlich – wie die Erkenntnis, daß sich auch dann nichts an dieser Problematik ändern wird …

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