Das falsche Leben Albigs umtriebiger Gewerkschafterin

Das falsche Leben Albigs umtriebiger Gewerkschafterin

Eklat beim Lübecker TV-Duell zwischen SPD-Ministerpräsident Albig und seinem Herausforderer von der CDU, Daniel Günther. Kurz vor Ende meldete sich eine Frau im Publikum und sprach Daniel direkt an: Er hätte doch wohl ein Problem mit den Gewerkschaften, hätte sie selbst im Landtag deshalb als „Verdi-Schlampe“ bezeichnet.

Daniel Günther wirkte schockiert und wies diese Behauptung umgehend zurück; er würde und habe ein derartiges Vokabular nie benutzt. Doch, setzte die Damen nach, dieser unverschämte Zwischenfall vom September 2014 sei protokolliert worden und nachzulesen. Das sass.

Und stellte sich kurze Zeit später nur als vermeintlich Behauptung heraus. Bei der Dame handelte es sich um die „umtriebige“ (O-Ton Albig) SPD- und verdi-Gewerkschaftsfunktionärin Gabriele Schwohn aus Flensburg. Schwohn selbst habe, so stellte es sich nach der Fernsehsendung heraus, diese Beleidigung lediglich von Dritten erfahren. Einige Tage später, so wurde bekannt, vermeldete der Kieler Landtag, dass ein derartiges Zitat in keinen Landtags-Protokollen auffindbar war. Die Kieler suchten die Protokolle zurückliegender Jahre, in denen Günther im Landtag sass, komplett durch. Womit sich diese Behauptung dann zu einem Beleidigungsboomerang entwicklte. Ministerpräsident Albig selbst scheint zu diesem Zwischenfall keine eigene Meinung zu haben. Die Angelegenheit, erklärte er folgend, sei doch, bitteschön, zwischen der CDU und verdi direkt zu klären.

Wer ist Gabriele Schwohn?

Gabriele Schwohn aus Flensburg kann tatsächlich als „umtriebig“ bezeichnet werden. Die Gewerkschaftsfunktionärin stellt  offenbar gerne etwas dar, was anscheinend nicht ist. Die Flensburg Avis berichtete über ihr familiäres Engagement im Bereich der Flüchtlingshilfe:

„Gabriele Schwohn ist Jüdin, Obada Bakkour ist Muslim. Was in anderen Teilen der Welt zu Krieg und Hass führt, ist im Haus der Familie von Gabi Schwohn Alltag.“

Was der deutsche Leser bei diesem Einstieg denken soll, ist fraglich. Vielleicht: Sieh´an, es sind nicht alle Juden so wie die in Israel, oder: Oha, nicht alle Muslime hassen die Juden; vielleicht. Man weiß es nicht. Auch nicht, ob dieser merkwürdige Absatz dem Autoren oder der Betreffenden zuzuschreiben ist. Und, was viel wichtiger: was mit dieser Feststellung bezweckt werden sollte.
Denn eines ist klar: Religionen sind Privatangelegenheiten. Denn es sollte auch bei öffentlichen Personen völlig nebensächlich sein, ob der Betreffende Christ, Muslim, Jude oder Buddhist ist.
Wenn derjenige seine Religion jedoch – aus was für Gründen auch immer – öffentlich bekannt macht um damit einen Zweck zu erfüllen, sollten kritische Fragen erlaubt sein.
Frau Schwohn schweigt sich aber auch nach persönlicher – und mehrfacher – Nachfrage zu diesem Thema aus. Ebenso wie den Beweis einer Beleidigung Günthers bleibt sie einer Erklärung ihrer angeblichen Jüdischkeit schuldig. Sowie einer Erklärung, was dieses Bekenntnis für einen Zweck haben soll. Was hinter ihrem offenbaren Alltag und dem Selbstverständnis, als Jüdin ganz ohne Krieg oder Hass, gemeinsam mit einem Muslim unter einem Dach leben zu können, wirklich steckt.
Bei den jüdischen Gemeinden zwischen Hamburg und Flensburg ist Gabriele Schwohn als Gemeindemitglied nämlich unbekannt.
Was wiederum die Theorie stärkt, dass es sich bei Frau Schwohn um einen „guten“ deutschen Menschen handelt, der in einem moralinen Selbstzweck beweisen will, wie Toleranz funktioniert und sich selbst, ganz nebenbei, erhöhen möchte.
Nicht weniger. Aber eben auch nicht mehr.

Wer Susanne Gaschke auf dem Gewissen hat, darf sich über Gabriele Schwohn nicht wundern

Wer Torsten Albigs gespielte Ahnungslosigkeit in der Causa Schwohn abkauft, handelt fahrlässig naiv, wenn nicht gar blöd. Denn selbstverständlich fuhr Schwohn nicht „mal eben so“ von Flensburg in ein Lübecker Autohaus. Sie wäre dort auch niemals aufgetaucht, wenn diese Veranstaltung nicht auch im Fernsehen übertragen worden wäre. Und so war ihre Teilnahme als SPD- und Gewerkschaftsfunktionsträgerin kalkuliert und äußerst durchsichtig: Von ihrer Platzierung im Publikum, dem Zeitpunkt ihrer Wortmeldung am Ende der Schau bis hin zu ihrer einstudierten Rhethorik.
Schön, das alles „nach hinten“ los ging.

 

REKLAME

Hinterlasse einen Kommentar

Benachrichtige mich zu:
avatar
Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
Jack
Gast

Das Beste steht am Schluss:

„Schön, das alles „nach hinten“ los ging.“

wpDiscuz