Beltretter und Tunnel-Freunde

Da soll ein Tunnel unter dem Fehmarn-Belt der Ostsee Deutschland mit Dänemark verbinden, und kaum jemand nimmt davon auch nur eine Notiz. Außer die, die von den Veränderungen betroffen sind.

Beltretter und Tunnel-Freunde

Da soll ein Tunnel unter dem Fehmarn-Belt der Ostsee Deutschland mit Dänemark verbinden, und kaum jemand nimmt davon auch nur eine Notiz. Außer die, die von den Veränderungen betroffen sind.

Fast ganz oben im Norden der Republik, letzte Insel vor der dänischen Küste. Fehmarn. Da leben tatsächlich „richtig“ Menschen, also nicht nur die jährlichen Touristen, sondern Einheimische. Und die lebten eigentlich bisher ziemlich gut vom Durchgangsverkehr. Seit hunderten von Jahren fliesst über Fehmarn ein Reisestrom von und nach Skandinavien. Über Fähren setzten die Reisenden erst von Holstein nach Fehmarn, und dann von Fehmarn nach Dänemark hinüber.

Nachdem 1963 die Fehmarnsundbrücke den Fährmann im Hinterland überflüssig machte, soll jetzt ein Tunnel die Fährverbindung zwischen Puttgarden und Rødbyhavn überflüssig machen. Und das stört die Fehmaraner gewaltig.
Dabei geht es den Gegnern des Tunnel-Bauprojektes, die sich optimistisch in „Beltretter“ tauften, weniger um den Tunnel oder um die Arbeitsplätze auf den Fährschiffen. Es geht um die geplante Gütertrasse, die Fehmarn durchziehen soll – und das Holsteinische Hinterland bis nach Lübeck.

Malin Binding ist eine junge Fehmaranerin, die gegen diese Trasse und auch den Belttunnel kämpft. Malin empört sich darüber, dass man seitens der Politik und Planer auf die Bedenken und Einwände der Anwohner (die dabei auch für die Touristen der Region sprechen) überhaupt nicht eingeht.

Beispielsweise Bedenken, dass ein Tunnel unter der Ostsee ökologischer Raubbau ist. Was die Verantwortlichen überhaupt nicht teilen. Initiiert wurde das Tunnelprojekt übrigens auf der dänischen Seite, die skandinavischen Partner erhoffen sich positive Effekte auf die Infrastruktur der süddänischen Inseln. Die schleswig-holsteinischen Handelskammern erhoffen sich vom Tunnel lediglich kurzfristige, belebende Effekte während der langjährigen Bauphase; insbesondere Aufträge für Zulieferer und regionale Arbeitskräfte. Langfristig wird nicht viel mehr als Durchgangsverkehr erwartet.

Malin und die Beltretter fordern Transparenz, öffentliche Einblicke in die genaue Planung und umfassende öffentliche Verfahren. Die Verantwortlichen wollen hingegen nicht einmal diskutieren – sondern möglichst schnell bauen.

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